Navigationsmenüs (Musterschule)

Pressemeldung

Zurück

09. Juni 2017 - Oldenburg

Bleibt am Ball, es lohnt sich

Liebfrauenschule wird erste faire Schule Oldenburgs

 

Ein Jahr hatten die Vorbereitungen gedauert. Schüler, Lehrer und Elternvertreter haben sich dafür eingesetzt. Die Mühen haben sich gelohnt.

Gruppenfoto

Jutta Lüke (mit Mikrofon) überreicht die Auszeichnung an das Fair Trade Team unter Leitung von Astrid Reichert-Pahlke (4.v.r.). Hinter ihr stehen Uwe Kathmann (Schulstiftung), Schulleiter Norbert Steinkamp und Prof. Dr. Franz Bölsker, Leiter der Schulabteilung des Bischöflich Münsterschen Offizialats.

Uwe Kathmann gratuliert

Uwe Kathmann, Geschäftsführer der bischöflichen Schulstiftung St. Benedikt, gratulierte und las ein Grußwort von Weihbischof Wilfried Theising vor.

"Ich freue mich, dass wir alle Kriterien erreicht haben." Nobert Steinkamp.

Heute bekam das kirchliche Gymnasium Liebfrauenschule als erste Schule Oldenburgs und der gesamten Region die Auszeichnung „Fair Trade Schule“ überreicht. „Es macht mich stolz, dass wir alle Kriterien erfüllt haben“, sagte Schulleiter Oberstudiendirektor Norbert Steinkamp bei einem Festakt in der Schulaula vor allen Schülern und Lehrkräften.  "Ich freue mich, dass wir alle Kriterien erreicht haben", sagte Oberstudiendirektor Nobert Steinkamp.

Uwe Kathmann, Geschäftsführer der bischöflichen Schulstiftung St. Benedikt, gratulierte im Namen von Weihbischof Wilfried Theising. Er sei stolz auf die Liebfrauenschule, dass sie sich den Titel „Fairtrade School“ erarbeitet habe, las Kathmann aus Theisings Grußwort vor: „Dieses große Engagement vieler Beteiligter ist richtungsweisend für eine faire und nachhaltige Gestaltung unserer Welt. So entsteht Gerechtigkeit, die wir so sehr für eine gelingende Zukunft von Mensch und Schöpfung brauchen.“ Elternvertreterin Anke Schücker-Meis lobte das Bewusstsein, dass eine solche Aktion bei den Schülern schaffe. „Hier wird das Christentum gelebt. Das ist für viele Eltern sicherlich auch der Grund, warum sie ihre Kinder hier gut aufgehoben finden.“ Miriam Neumann von der Fair-Trade-Town Steuerungsgruppe der Stadt Oldenburg zeigte sich beeindruckt von dem Engagement der Schule. Im Bereich einer guten Zivilgesellschaft sei sie ein absolutes Vorzeigebeispiel. Sie hoffe sehr, dass das Beispiel weitere Schulen animieren können, hier ebenfalls tätig zu werden. Auch für die kommunale Steuerungsgruppe sei es eine große Motivation. 

Großer Beifall kam auf, als Jutta Lücke, die aus Bremen im Namen von Fair Trade Deutschland angereist war, das Siegel an Astrid Reichert-Pahlke und drei Schüler übergab, die den Prozess maßgeblich begleitet hatten. Es sei ein besonderes Flair in dieser Schule zu spüren, meinte Lücke. „Bleibt am Ball, es lohnt sich“, forderte sie alle auf. 

Reichert-Pahlke, Fachobfrau Englisch und seit vielen Jahren verantwortlich für die Eine-Welt AG an der Schule, hatte die Anregung der kommunalen Steuerungsgruppe im Sommer 2017 zum Fair-Trade Siegel aufgegriffen und in die nächste Gesamtkonferenz getragen. „Wer nicht hundertprozentig dafür war, dass wir auf dieses Siegel hinarbeiten werden, hatte ich bei der Abstimmung um Ablehnung gebeten.“ Dass schließlich alle dafür stimmten (nur die Referendare enthielten sich), gab ihr große Motivation. Nachdem die Schulleitung zugestimmt hatte und ein Schulteam gegründet war, drehte sich im kommenden Schuljahr ein guter Teil des Schullebens um Fair-Trade Handel. Das Sortiment fair gehandelter Warren im Schulladen wurde erweitert, ein Schulcuricculum erstellt und ein Blog (http://blog.fairtrade-schools.de) eingerichtet. Themen wie fairer Handel, Konsumverhalten, Umweltgerechtigkeit und Müllvermeidung wurden in den Klassen 7/8 im Fach Politik und Wirtschaft, in den Klasen 9/10 in Ethik und Religion besprochen. Die Eine-Welt-AG mit 14 Schülern machte voller Begeisterung mit, Eltern- und Schülervertreter (SV) ebenso. Über zwanzig Personen waren damit beschäftigt, bestätigte SV-Verbindungslehrer Florian Buschermöhle. „Mindestens einmal im Jahr müssen wir ein Großereignis zum Thema fairer Handel organisieren“, meint Reichert-Pahlke. „Wir hatten aber schon mehrere.“ 

Bei den Schülern schafft das kontinuierliche Engagement schnell ein entsprechendes Bewusstsein. Bei der letzten Misereor-Fastenaktion hätten sie über 2.000 Euro für hungernde Menschen in Afrika gesammelt, sagt Reichert-Pahlke nicht ohne Stolz. „Und sie wollen weiter machen, solange dort gehungert wird.“ Das Siegel gibt für zwei Jahre. Danach steht eine erneute Zertifizierung an. „Die wollen wir natürlich auch haben“, sagt sie selbstbewusst.

 

Ludger Heuer, Pressestelle des Offizialates in Vechta