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22. Juli 2015 - Vechta

Die Messlatte für den Nachfolger liegt hoch

Berna Kleine Hillmann gibt Leitung der Ludgerus-Schule ab

Mit stehenden Ovationen bedankten sich gestern Abend das Kollegium, Freunde und Weggefährten bei Berna Kleine Hillmann. Acht Jahre hatte sie die kirchliche Oberschule Ludgerus-Schule geleitet. Am Ende ihrer Dankesrede an alle Gäste und Gratulanten versagte der sonst so taffen Frau die Stimme, und mit Tränen in den Augen übergab sie ihrem Nachfolger Clemens Feldhaus ihre Schulschlüssel. „Mit der Schlüsselübergabe verbinde ich den Wunsch an Dich, dass Du jedes Mal, wenn Du eine Tür aufschließt, daran denkst, Dein Herz aufzuschließen für die Herzen dieser wunderbaren Menschen, die mit Dir den Weg der Ludgerus-Schule weiter gehen.“

Weihbischof Timmerevers und Kleine Hillmann

Weihbischof Heinrich Timmerevers überreicht Berna Kleine Hillmann das Silberne Kreuz

„Berna Kleine Hillmann und Ruhestand, das kann ich mir gar nicht vorstellen“, hatte Weihbischof Heinrich Timmerevers vorab im Festgottesdienst gesagt. „Eine segensreiche Zeit liegt hinter Ihnen, eine ebenso segensreiche Zeit aber vor Ihnen.“ Beim anschließenden Festakt in der Schulmensa wollte die Liste der Gratulanten nicht abreißen. Umrahmt wurden die dabei von musikalischen Darbietungen der Lehrerschulband und des Lehrerchores.

Kleine Hillman, die 1976 mit den Fächern Geografie, Biologie und Geschichte an die Ludgerus-Schule gekommen war, wurde 1998 als Schulleiterin an die Lohner Stegmannschule versetzt. Zugetraut hatte sie sich das selbst nicht, gestand sie in ihrer Rede selbst ein, doch „aus der Nummer kam ich damals nicht mehr raus.“ Sie schaffte es, die damalige Brennpunktschule zu einem Modell gelungener Schulsozialarbeit zu entwickeln. Mit penetranter Hartnäckigkeit habe sie dafür bei der Stadt Lohne größere finanzielle Ressourcen frei gemacht, attestierte ihr Prof. Franz Bölsker, Leiter der Schulabteilung des Bischöflich Münsterschen Offizialats. „Ich habe dabei aber gelernt: Schule lässt sich auch bei negativen Vorzeichen gestalten“, entgegnete ihm Kleine Hillmann. 2007 kehrte sie als Schulleiterin an die Ludgerus-Schule zurück. Das Offizialat als Schulträger hatte diese Schule damals wie die Franziskusschule in Wilhelmshaven als Pilotschule dazu erkoren, das Reformkonzept „Projekt Schule“ umzusetzen. Der pädagogische und organisatorische Aufwand waren enorm. Den großen Schulbrand von 2009 konnte die Schule in den Folgejahren nutzen, um die nötigen Baumaßnahmen umzusetzen. Kleine Hillman erwies sich mit ihrer Hartnäckigkeit dafür als Idealbesetzung. „Frau Hillman etwas abzuschlagen war nicht möglich“, musste selbst Weihbischof Timmerevers zugeben, der ihr ein silbernes Ehrenkreuz überreichte, das seinem Bischofskreuz nachempfunden ist. „Die Schule war bei Ihnen in sehr guten Händen“, sagte er. 

Menschlichkeit und Gerechtigkeit seien zwei Tugenden, die sie für unabdingbar halte, sagte Kleine Hillmann in ihrer Rede. Ihre Weggefährten haben das offensichtlich wahrgenommen. Der engagierten Pädagogin, die neben ihrem Beruf vier Kinder groß gezogen hat, bescheinigten viele Redner eine große Begeisterungsfähigkeit und große Autorität. Dass sie auch viel Herzblut in ihre Schule gesteckt, zeigte eine Anekdote, wie sie einmal aus Versehen über einen Erstkommunionstag eines ihrer Kinder eine einwöchige  Klassenfahrt auf einem holländischen Selbstversorgerschiff gebucht hatte. Die Stornogespräche seien recht kompliziert gewesen. „Wir haben uns viel von Dir ankucken und abkucken dürfen“, bedankte sich Christine Döpke, Leiterin der Cloppenburger Marienschule, im Namen der anderen Schulleiter. „Sie waren eine spitzenmäßige Schulleiterin, die immer ein offenes Ohr für die Belange der Eltern gehabt hatten“, bescheinigte ihr Mechtild Hönemann, Vorsitzende des Elternbeirats. „Sie haben die Managementkompetenzen quasi erfunden“, zollte ihr Schuldezernentin Silva Lörking Respekt. „Man müsse nicht groß sein, um großartig zu sein“, sagte sie zu Kleine Hillmann.

Für ihren Nachfolger Clemens Feldhaus, dem Berna Kleine Hillman schließlich ihre Schlüssel übergab, liegt die Messlatte also hoch.

Ludger Heuer/ Pressestelle Bischöflich Münstersches Offizialat