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20. August 2020 - Oldenburg

Englisch, Mathe und Deutsch in den Ferien

Paulus-Schule organisiert erstmalig Sommerschule

„And now we switch into English,“ sagt Denis Lehmann ihren Schülerinnen und Schülern. Fünf Dinge will sie von ihnen wissen, was man im Sommer tun kann. „Swimming, bicycle riding, go with the dog, playing football and playing basketball“ sind schließlich die Antworten. Und fünf Farben, fünf Dinge, die man essen kann, fünf Dinge, die im Zimmer herumliegen „or five animals on a farm“. Einige der Jugendlichen zeigen sofort auf, andere überlegen noch. Eigentlich eine ganz normale Unterrichtssituation. Was nicht so ganz normal ist: Dieser Unterricht findet in den Sommerferien statt. Und das in einer Schule. Die Sechst-Klässler sitzen im zweiten Stock der kirchlichen Paulus-Schule. Sie nehmen an einer Sommerschule teil, die zum ersten Mal stattfindet. 57 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5-9 sind es insgesamt.

Unterricht in der Sommerschule

Englischunterricht in der Sommerschule mit Denis Lehmann am Pult und Swantje Hofsess zur Unterstützung. Hinten in der zweitletzten Reihe schaut Inklusionsbeauftragte Klaudia Kendall, Organisatorin der Sommerschule, zu.

„Wir haben die Sommerschule allen unseren Eltern und Schülern angeboten und alle Anmeldungen berücksichtigt“, erklärt Klaudia Kendall. Die Inklusionsbeauftragte war von ihrem Schulleiter Reinhard Lobmeyer mit der Organisation der Sommerschule betraut worden. Im 9. (also dem kommenden 10.) Jahrgang war die Nachfrage besonders hoch, sagt Kendall. Vom 17. bis 26.8. August werden in je drei Zeitstunden Mathematik, Deutsch und Englisch unterrichtet. Die Inhalte des freiwilligen Sommerunterrichts hatten Lehrkräfte der Oberschule vorab erstellt. Die Umsetzung vor Ort übernehmen acht Studierende des Master of Education Studienganges der Universität Oldenburg.

Trotz verlockender Alternativangebote in den Ferien würden die Jugendlichen gut mitmachen, erzählt Denis Lehmann (24).  Die angehende Haupt- und Realschullehrerin hat schon Erfahrung im Unterrichten. Unterstützt wird sie bei ihrem Englischunterricht heute von Swantje Hofsess (24). Als angehende Förderschullehrerin sieht diese schnell, wo sie helfend bei der Mitarbeit eingreifen muss.

Solche zusätzlichen Bildungsangebote sind nicht kostenlos zu haben. Die Honorare für den Unterricht und die inhaltliche Vorbereitung summieren sich auf knapp 5.700 Euro. Die Hälfte dieser Summe trägt die Vechtaer Schulstiftung St. Benedikt als Trägerin der Schule, die andere Hälfte übernimmt die Oldenburger "Marius Eriksen Stiftung". Sie finde die Idee einer Sommerschule ganz klasse, sagt Renate Eriksen, die die Stiftung leitet. In den USA und Australien, wo sie zeitweilig gelebt hatte, seien solche Angebote ganz normal. Die von ihrem Vater ins Leben gerufene Stiftung kann inzwischen auf zwanzig Jahre erfolgreiche Förderung von Bildungsangeboten zurückblicken. Der Paulus-Schule ist Renate Eriksen dabei ganz besonders verbunden: Zum einen als Vorsitzende des Fördervereins, zum anderen als Mutter eines Jungen, der diese Schule erst vor wenigen Wochen erfolgreich abgeschlossen hat und danach eine weiterführende Schule besuchen will.

Die „Marius Eriksen Stiftung“ unterstützte im vergangenen Jahr mit 196.000 Euro viele Kultur-, Sozial- und Bildungsprogramme in Oldenburg. Allein knapp dreißig Grund- und Oberschulen, die meisten von ihnen in Oldenburg, profitierten von dem Vermächtnis des Stiftungsgründers. Zustiftungen sind jederzeit willkommen. Kt. Bremer Landesbank, IBAN: DE  05 2905 0000 2001 0929 75. Infos unter www.eriksen-stiftung.de.

Ludger Heuer