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20. August 2020 - Cloppenburg

Für den Schulstart gut gerüstet

Marienschule bietet erstmals Sommerschule an

Was verbindet Schülerinnen und Schüler der Marienschule in den Sommerferien mit ihren Lehrkräften? Man kommt nur durch viel Nachdenken darauf, und dabei ist die Antwort ganz einfach: Die Lust auf Schule. Zweimal für je eine Woche bietet die kirchliche Oberschule in diesen Sommerferien ihren Schülerinnen und Schüler die Chance, in der Schule mit professioneller Betreuung Stoff nachzuholen. Der erste Durchgang war zu Beginn der Ferien, der zweite Durchgang ist jetzt am Schluss. 21 Jugendliche aus den Klassen 5-9 haben sich dazu angemeldet. Für jeden von ihnen haben ihre Lehrer individuelle Lernpläne zusammengestellt, um Corona-bedingte Lernrückstände aufzuholen. Die pädagogische Begleitung übernehmen Sozialpädagogen, Bufdis und Lehrkräfte der Schule. Organisiert wurde die Sommerschule von den beiden Schulsozialpädagogen Kirsten Meiners und Matthias Anneken.

Unterricht in Sommerschule

Dr. Janine Redemann hilft Bennit und Emil bei Aufgaben

In der Pause

Maskenpflicht und Abstandsregel gelten auch in der Pause auf dem Schulhof

„Der Vorschlag, dass Lehrkräfte unserer Schule für je einen Tag die Aufsicht und Betreuung übernehmen, kam aus dem Kollegium selbst“, freut sich Schulleiterin Simone Hegger-Flatken über den Zusammenhalt. Da somit keine externen Kräfte bezahlt werden müssen, ist das Angebot für die Familien und den Schulträger, die Schulstiftung St. Benedikt, kostenlos. Mathematik, Deutsch und Englisch stehen jeden Tag von 8.00 bis 13.00 Uhr auf dem Stundenplan, doch was die Jugendlichen genau lernen, hängt von ihrem individuellen Bedarf ab. Da kein normaler Gruppenunterricht abgehalten wird, können die Schülerinnen und Schüler jahrgangsübergreifend gemischt werden. So lernt Simas (12) Deutsch, Lele (12) und Ida (11) üben Englisch, während sich Ilias (11) und Emil (13) mit Mathematikaufgaben anfreunden.

Obwohl ihnen ihre Ferien so um eine ganze Woche reduziert werde, sei die Arbeitsdisziplin hoch, sagt Dr. Janine Redemann. „Ich hatte eigentlich mit mehr Widerstand gerechnet. Aber die Kinder helfen sich gegenseitig und arbeiten sehr selbständig“, hat es die neue Lehrkraft für Deutsch, Religion und Gesellschaftswissenschaften, die heute den achtköpfigen Kurs betreut, beobachtet. 

Sehen die Kinder das auch so? „Es macht Spaß und hilft. Es ist was anderes als normale Schule“, sagt Lele. „Ich habe es mir schlimmer vorgestellt. Ist aber eigentlich ganz cool“, meint Ida. Auch Simas, die vor vier Jahren aus Syrien hierherkam und jetzt ihr Deutsch vertieft, meint: „Es macht Spaß, es sind nicht so viele Leute da.“ Und die Jungs? Meist sind sie doch abgeklärter. Die Woche sei tatsächlich hilfreich, muss Ilias (13), der hauptsächlich wegen Mathe hier ist, zugeben. Er bereue es daher auch nicht, dass ihn seine Mutter eigenmächtig angemeldet habe. Ganz einsichtig zeigt sich auch Bennit (13). „Zu Hause würde ich wahrscheinlich nur vor dem Rechner sitzen und nichts tun.“ Dass bei so guter Stimmung einige Jugendliche sogar an beiden Wochen der Sommerschule kommen, verwundert nicht.  

„Diese Kinder werden nächste Woche beim Schulstart keine Probleme damit haben, wieder in den Alltag reinzukommen“, ist sich Janine Redemann sicher.

Ludger Heuer