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16. Juni 2017 - Vechta

Schade, dass es vorbei ist

Ludgerus-Schüler übten Perspektivwechsel

 

Eine Woche Mitarbeit in einer Sozialeinrichtung - für Neuntklässler ergeben sich dabei viele neue Eindrücke. Die Welt der Altenheime, Sozialstationen, Krankenhäuser, Förderschulen oder Spezialeinrichtungen wie ein Aphasiezentrum oder Hospiz.

Gruppenfoto

Die Schüler des diesjährigen Compassion-Projekts mit ihren Betreuern. Dorothee Belling (rote Jacke) hatte ihnen zuvor im Namen der Schule für die Teilnahme gedankt.

Hier leben oder arbeiten viele Menschen, denen man als Jugendlicher sonst nicht begegnet. Unter dem Titel „Compassion“ (= Mitgefühl/Mitempfinden), bietet die katholische Oberschule Ludgerus-Schule seit neun Jahren ihren Neuntklässlern die Möglichkeit an, hier Einblicke zu bekommen. Elf Einrichtungen in Vechta, Dinklage, Deindrup und Bakum stellten dieses Mal Plätze zur Verfügung. 24 Jugendliche haben an dem Projekt teilgenommen.

„Bei Compassion geht es nicht um eine Art Berufspraktikum“, stellte Schulseelsorgerin Dr. Gabriele Lachner klar. Zusammen mit Nathalie Gottwald, die ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Schule absolviert, Pastoralreferent Peter Havers, Schulsozialarbeiterin Anja Lübbehusen und BDKJ-Referent Hannes Nieland hat sie die Schüler betreut und alle an ihren Einsatzstellen besucht. „Für uns steht dieses Projekt in Verbindung mit dem Leitbild unserer Schule: Weil du so wertvoll bist.“ Dieses Motto sei eben nicht nur für junge, gesunde und leistungsfähige Menschen gültig. Bei dem Projekt geht es um das Einüben von Empathie, das Kennenlernen von Lebensherausforderungen durch Alter, Behinderung und Krankheit, die Erkenntnis, dass Menschen mit Einschränkungen die gleichen Interessen, Ängste, Sehnsüchte oder Lust am Leben haben können wie alle anderen Menschen auch. 

Auf die Schüler haben diese wenigen Tage viel Eindruck hinterlassen. Bei einem heutigen Reflektionstreffen in Maria Frieden erzählten sie schwer beeindruckt von ihren Erlebnissen, von Begegnungen mit alten oder kranken Menschen, der herzlichen Aufnahme, den dankbaren Blicken, von Kinder mit Behinderungen, von Sterbenden im Hospiz. „Ich wusste gar nicht, wie leicht es sein kann, alten Menschen Freude zu machen. -  Ich sehe jetzt, was da für Arbeit geleistet wird – ich kann mich jetzt besser in solche Menschen hinein versetzten – ich wusste gar nicht, dass es im Altenheim auch viel Spaß geben kann und nicht nur um Sterben geht“, lauteten einige Rückmeldungen. Doch auch die Erkenntnis, dass der Beruf der Erzieherin, des Krankenpflegers oder Heiltherapeuten nichts für sie sei, war einigen gekommen. Aber das, bestätigten ihnen ihre Betreuer, sei völlig in Ordnung. 

Bei den meisten überwogen aber die Emotionen. „Der Abschied von den Menschen hat mich sehr berührt - schade, dass es vorbei ist – ich möchte sie gerne wieder besuchen“, schrieben mehrere Schüler übereinstimmend. „Haltet ruhig den Kontakt zu ihnen“, ermunterte sie Peter Havers. „Geht einfach mal wieder vorbei und trinkt einen Kaffee mit ihnen. Sie werden sich alle sehr freuen.“

Bevor die Schüler zum Abschluss mit ihren Betreuern einen kleinen Gottesdienst feierten, händigte ihnen Dorothee Belling, didaktische Leiterin der Ludgerus-Schule, die Urkunden für eine Woche Compassion aus. 

Ludger Heuer, Pressestelle Offizialat Vechta